1. Begriffsklärung

1.1 Digitalisierung
Die Digitalisierung eines Werkes ist keine Bearbeitung. Die Eigenart des Originals bleibt in der digitalisierten Form erhalten. Die geistige Aussagekraft wird durch den technischen Vorgang nicht umgestaltet. Der geistige Inhalt wird nicht verändert. Die Digitalisierung eines Werkes ist lediglich eine Vervielfältigung
lexikon.jura-basic.de

1.2 Digitale Agenda
„Maßnahmenkatalog der Bundesregierung, um die politisch-rechtlichen Grundlagen für den digitalen Wandel am Standort Deutschland zu schaffen und die -> Digitalisierung in Gesellschaft und Wirtschaft zu verankern. Die Maßnahmen zielen u.a. auf Wachstum und Beschäftigung (Digitale Wertschöpfung und Vernetzung), Vertrauen und Sicherheit (Informationstechnik) sowie Zugang und Teilhabe (Internet, Medien- und Technologiekompetenz).“
arbeitenviernull.de

1.3 Datenschutzerklärung
Eine Datenschutzerklärung (auch englisch Privacy Policy genannt) umschreibt Maßnahmen, die eine Organisation ergreift, um die Privatsphäre seines Kunden oder Benutzers zu wahren. Besonders schützenswert sind hierbei erhobene personenbezogene Daten.
Darüber hinaus wird üblicherweise dargelegt, wie diese Daten gesammelt, genutzt und ob sie gegebenenfalls an Dritte weitergegeben werden. Eine auf einer Website hinterlegte Privacy Policy kann auch über vorgegebenen Standards von P3P (vgl. de.wikipedia.org) oder der ICRA (Internet Content Rating Association definiert werden, vgl. de.wikipedia.org).
In der EU haben Websitebetreiber umfangreiche datenschutzrechtliche Informationspflichten, die anhand einer Datenschutzerklärung auf der Website erfüllt werden können.

2. Überblicksbeiträge

2.1 Industrie 4.0 – Rechtliche Herausforderungen der Digitalisierung (20 Seiten, 1,86 MB), Hg. BDI e.V. & Noerr
Guter Einstieg ins Thema, Stand 11/15:
„… Datenrecht (Datenschutz, Daten-/ IT-Sicherheit, Rechte an Daten), das Vertrags-und Haftungs-sowie das IP-Recht als wesentliche Handlungsfelder.“
noerr.com

2.2 Deloitte: Digitalisierung – aber Recht trendig bitte!
Kritischer Kurzeinstieg ins Thema: “ Bestehende gesetzliche Regelungen sind oft unzureichend und laufen Gefahr, der technologischen Entwicklung hinterherzuhinken.“
deloitte.com

2.3 GTAI (Germany Trade & Invest): Ländervergleich Rechtliche Rahmenbedingungen…
… in u.a. Deutschland, Frankreich, Schweden, USA. Stand 2015.
gtai.de

3. Blogs / Beitragssammlungen / Generalisten

3.1 Digitalisierung auf JuraBlogs: Aktuelles, Top-Meldungen, teilweise kommentierte Sammlung der relevanten Meldungen anderer Medien
jurablogs.com

3.2 Recht 2.0 – Internet, Social Media und Recht
Leider wenig umfangreich und aktuell
rechtzweinull.de

4. Communities

4.1 XING-Gruppe „Digitalisierung und Recht“
xing.com

5. Spezialgebiet Datenschutz

5.1 Bundeszentrale für politische Bildung: „Digitalisierung und Datenschutz“
Nützlicher Reader. Kostenloser PDF-Download (3,8 MB).
bpb.de

5.2 KfW Research: “
Chancen der Digitalisierung nutzen: Datenschutz und IT-Sicherheit gehören dazu“
Stand 02/16
kfw.de

5.3 Datenschutz und Telemediengesetz (TMG
5.3.1 In Deutschland müssen Webseitenbetreiber gemäß § 13 Abs. 1 TMG (gesetze-im-internet.de) den Nutzer unterrichten wenn die Seite Daten erhebt und sofern eine solche Unterrichtung nicht bereits erfolgt ist:
„über Art, Umfang und Zwecke der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten“
über die Verarbeitung in Ländern außerhalb der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums in
„in allgemein verständlicher Form“, und
„zu Beginn des Nutzungsvorgangs“.
Gegebenenfalls müssen Anbieter in diesem Zusammenhang gemäß § 15 Abs. 3 TMG Nutzer darauf hinweisen, dass diese der Bildung von pseudonymen Nutzungsprofilen (Webtracking) widersprechen können.
Der Nutzer ist schließlich über die Möglichkeit zu informieren, das Online-Angebot anonym oder unter Pseudonym nutzen zu können (§ 13 Abs. 6 Satz 2 TMG).

5.3.2 Abgrenzung Datenschutz-Hinweis vs. -Einwilligung
Datenschutzerklärungen (oder besser Datenschutzhinweise) sind dabei in Deutschland strikt von Datenschutz-Einwilligungen zu unterscheiden: Bei den Datenschutzerklärungen erläutert der Anbieter rein informierend, was er mit den Daten aufgrund gesetzlicher Befugnisse unternimmt. Bei einer Datenschutz-Einwilligung holt sich der Anbieter eine Zustimmung des Nutzers ein, die Daten in einer Art und Weise zu nutzen, die das Gesetz nicht per se erlaubt (z.B. Zusendung von Werbe-E-Mails, vgl. „Opt-in“, de.wikipedia.org).
de.wikipedia.org

5.3.3 Aktualisierung Februar 2016
Das „Gesetz zur Verbesserung der zivilrechtlichen Durchsetzung von verbraucherschützenden Vorschriften des Datenschutzrechts“ ist seit 24.02.2016 in Kraft (vgl. dipbt.bundestag.de ) . Damit soll der Verbraucherschutz verbessert und ein effektives Mittel geliefert werden, um gegen dubiose Firmen vorzugehen. Ab sofort können Verbraucherschutzverbände, Wettbewerbsverbände und Anwälte Verstöße im Bereich Datenschutz abmahnen.“
Wirkungsbereich: „Unternehmer, Online-Shops und jeder, der eine Webseite betreibt, muss nun mit Abmahnungen rechnen, wenn die Datenschutzerklärung fehlt oder unvollständig eingebunden ist.“

Dabei geht es um folgende „personenbezogene Daten“:
Name, Vorname, postalische Adresse, Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse und Telefon (Festnetz, Mobil).

Außerdem:
IP-Adressen der Besucher (vgl. 5.3.5 ff. Cookies)
via Google Analytics oder andere Web-Statistik-Programme erhobene Daten wie z.B. verwendeter Browser sowie Endgerät etc.;
über den Facebook-Like-Button übertragene Daten.
urbandivision.de

5.3.4 Muster-Datenschutz
Ein Muster-Datenschutz-Hinweis für Webseiten findet sich beispielsweise hier: e-recht24.de. Diese muss allerdings von jedem Unternehmen auf eigene Verantwortung und Risiko individualisiert werden.

5.3.5 Spezialfall Cookies
5.3.5.1 Cookie-Definition
Ein Cookie (englisch [ˈkʊki]; zu deutsch Keks oder Plätzchen; auch Magic Cookie, engl. für magisches Plätzchen) ist in seiner ursprünglichen Form eine Textdatei auf einem Computer. Sie enthält typischerweise Daten über besuchte Webseiten, die der Webbrowser beim Surfen im Internet speichert. Im für den Anwender besten Fall dient ein Cookie dazu, dass er sich beim wiederholten Besuch einer verschlüsselten Seite nicht erneut anmelden muss – das Cookie teilt dem besuchten Rechner mit, dass er schon einmal da war. Im für den Anwender schlechtesten Fall speichert das Cookie Informationen über komplexes privates Internetverhalten und übermittelt diese, ähnlich wie ein Trojanisches Pferd, ungefragt an einen Empfänger. Anders als das Trojanische Pferd ist ein Cookie jedoch nicht versteckt und vom Anwender einseh- und löschbar.

5.3.5.2 Cookies und Datenschutz
Von Anwendungsprogrammen (wie z.B. Web-Browsern) oder Teilen oder Erweiterungen des Betriebssystems eines Computers, die einen Dienst zur Verfügung stellen, kann ein Cookie zum Beispiel beim Start des Programmes „gesetzt“ werden. Hierzu ist normalerweise keine direkte Zustimmung des Anwenders notwendig. Bei manchen Browsern, wie Safari, sind Cookies standardmäßig deaktiviert und müssen einzeln zugelassen werden, wenn der Besuch einer gewünschten Webseite es verlangt. Die gesetzten Cookies können später vom Nutzer über den Browser oder das Betriebssystem gefunden und wieder gelöscht werden. […]
Der Wert des Cookies enthält dabei typischerweise eine Speicheradresse, über die Funktionen des Dienstes zugänglich sind. Datenbanken dieses Typs werden […]
Google-Cookies und ihre „PREFID“ können den Browser eindeutig identifizieren.
[…]
Seit dem 19. Dezember 2009 gilt die als „Cookie-Richtlinie“ bezeichnete Richtlinie 2009/136/EG (vgl. eur-lex.europa.eu). Darin wird eine Einwilligung des Webseitenbenutzers in das Speichern von Cookies verlangt. Die EU Länder haben auf diese Richtlinie aber unterschiedlich reagiert. [4]
haufe.de
de.wikipedia.org

5.3.5.3 Konkrete Umsetzund der Cookie-Richtlinie
Wichtig und in allen EU-Staaten einheitlich geregelt ist vor allem, dass der Nutzer ausdrücklich und klar verständlich darüber belehrt wird, dass eine Website Cookies nutzt, wofür seine Daten gespeichert und genutzt werden, dass er die Speicherung verweigern kann und wie er seine Browser-Einstellungen so verändern kann, dass keine Cookies gespeichert werden. Wo diese Belehrung stattfinden muss, ist allerdings ebenso offen wie die Form der Einwilligung.
Die von Google bereitgestellte Website cookiechoices.org stellt mehrere kostenlose Werkzeuge bzw. Plug-Ins zusammen, mit denen die Zustimmungs-Funktion realisiert werden kann, darunter das „Cookie Consent Kit“ der Europäischen Kommission (ec.europa.eu ).

6. Spezialgebiet Leistungsschutzecht

6.1. Bundesverband deutscher Zeitungsverleger (BDZV): Leistungsschutzrecht für Verlage
Video-Beitrag
bdzv.de

7. Studien

7.1 Digital Economy und Recht“: Der Bundesverband der Unternehmensjuristen e. V. (BUJ) und die Kanzlei CMS haben eine Erhebung zu den rechtlichen Herausforderungen der Digitalisierung und den Auswirkungen auf die Rechtsabteilungen durchführen lassen und als Studie veröffentlicht: „Knapp 70 Prozent der Befragten sehen einen starken Einfluss der digitalen Transformation auf ihr Unternehmen und die Arbeit in der Rechtsabteilung.“
presseportal.de
Die Studie kostet 99 Euro. Bestellbar hier: buj.net

8. Influencer